Das Literaturcafé in Osterfingen erlebte auch in der dritten Auflage einen wahren Besucheransturm

Was im Rahmen der Adventsfenster Osterfingen, von der Schule nun zum dritten Mal beigetragen wurde, sucht seines Gleichen…


sgh. Am 2. Dezember wurde im Schulhaus in Osterfingen gearbeitet, aber nicht wie gewöhnlich an Matheaufgaben und Diktaten, sondern enorm kreativ und gestalterisch. Das gesamte Gebäude wurde aufwändig dekoriert: Jedes Schulzimmer, jede Gangnische, ja sogar der „Höbeliraum“ erlebten eine festliche Verwandlung. Kerzen, Baldachine, Sternen, Schneeflocken, Windlichter und Laternen wurden mit viel Liebe, gekonnt platziert und schufen eine in jedem Zimmer einmalige Stimmung. Um 17.00 Uhr wurde das Literaturcafé „zur sprudelnden Zeile“ geöffnet und der Besucherstrom riss bis zur „Polizeistunde“ um 21.00 Uhr nicht ab. In der Turnhalle fand man nicht viele freie Plätze, an denen sich die Besucher vom Gehörten erholten, oder sich einfach eine Pause gönnten. Bei einem Kaffee, Glühwein, Weihnachtstee oder einer feinen Suppe lud das „Café“ zum verweilen ein, doch die Besucher blätterten hier meist interessiert in der Menukarte… In der Menukarte wurde literarische Kost angeboten, wie zum Beispiel unter „Amuse bouche“ verschiedene Balladen, wie Der Handschuh (Schiller) oder Nis Randers (Otto Ernst). Die 1./2. Klässler boten „Nouvelle cuisine“, selbst erfundene und illustrierte Geschichten an. „Währschaftes“ hielt eher schwer verdauliche Kost, wie „Der Geist auf dem Plomberg“, oder „Blut im Schnee“ bereit und im Klassenverband entstandene Geschichten waren unter „Hausmannskost“ zu geniessen. Die Bilderbuchgeschichten waren unter „a la carte“ zu finden, „Gspässigs“ wurde unter dem Titel „Trennkost“ angeboten und zum Dessert empfahl sich „Buntes Konfekt“ mit wahren Adventsgeschichten auf der Karte. Wenn man sich für eine Geschichte entschieden hatte, und das fiel bei dieser Riesenauswahl richtig schwer, suchte man den Schüler, der die Geschichte anbot auf und dieser entführte einem mit einem goldenen Schlüssel in eines der festlich dekorierten Zimmer. In den Lesezimmern bildete jeweils ein Thron den eigentlichen Mittelpunkt, auf dem das Kind, das vorlas, Platz nahm und dem kleinen oder grossen Publikum die gewählte Geschichte vortrug. Die Wege zu den Vorlesezimmern waren gesäumt mit Kerzenliechtli und weihnachtlich geschmückten Baumästen, von denen Orangen, mit Nelken besteckt, hingen. Die Kreativität fand sich bis ins kleinste Detail und die Arbeit, die der Anlass mit sich brachte, war nur zu erahnen. Viele Eltern haben für diesen einzigartigen Anlass ihre Hilfe angeboten und zusammen mit den Schülern und den Lehrkräften dieses Lichtglanz Erlebnis erschaffen. Die Auswahl der angebotenen Geschichten haben die Lehrerinnen und Lehrer zusammen mit den Schülern getroffen und zusammen wurde auch das Lesen geübt und Geschichten verfasst. Wer das Literaturcafé schon einmal besucht hat, weiss, dass dieser Anlass einzigartig ist und es ist kaum ein Wunder, dass in den vier Stunden, an denen dieses spezielle Café geöffnet hat, jedes Jahr noch mehr Besucher den Weg ins Schulhaus Osterfingen finden...