Orientierungsschüler besuchen Hannes Germann im Bundeshaus

Mit vierzehn Schülern der Orientierungsschule reisten die Lehrer Katrin und Nik Sidler am vergangenen Dienstag in die Bundeshauptstadt Bern. Nach einen Projekt an der Orientierungsschule zum Thema Wahlen und Politik, wurden die vierzehn interessiertesten Schülerinnen und Schüler aufgrund eines Fragebogens den es auszufüllen galt, ermittelt und zur Reise eingeladen.

sgh. Noch etwas verschlafen traten die Schüler die Reise nach Bern an. Angesichts der frühen Uhrzeit, verlief die Reise sehr ruhig. Was sie wohl erwarten? Die meisten freuten sich darauf, Ständerat Hannes Germann zu treffen und an ihn Fragen zu stellen. Alle besuchten zum ersten Mal das Bundeshaus. Ob es wohl so aussieht wie im Fernsehen? Ist der Nationalratssaal grösser oder kleiner als es auf dem Bildschirm erscheint und kann man da überhaupt reinschauen? Einige erhofften auch einen Bundesrat zu sehen. Eine Schülerin meinte: „ Ich denke, dass dort ein Haufen abgehobener Leute herumlaufen und dass man ganz still sein muss, weil sie ihre Ruhe brauchen.“ Beim Bundeshaus angekommen, galt es zuerst die strengen Sicherheitskontrollen zu überwinden. Zwei der Schüler machten sich Sorgen, weil sie ihr Sackmesser dabei hatten. „Ein rechter Schweizer hat schliesslich ein Sackmesser im Sack“, meinten sie. „Müssen wir das jetzt abgeben und bekommen wir es wieder?“ fragten sie sich. Der Sicherheitsbeamte wies sie an, ihre Messer im Spint einzuschliessen und nach dem Besuch wieder mitzunehmen. Erleichterung machte sich breit. Eine freundliche junge Frau der Parlamentsdienste holte die Gruppe für einen Rundgang ab. Zuerst führte sie die Schüler in den beeindruckenden Kuppelsaal und erläuterte die Bauweise, Bilder und Statuen, die dort zu sehen sind. Acht Jahre dauerte die Bauzeit, bis schliesslich am 1. April 1902 das Bundeshaus eröffnet wurde. Darum fehlt auch das Jura Wappen in der Kuppel, da der Kanton erst nach der Eröffnung gegründet wurde. „Ich habs gesehen“, ruft ein Schüler, der das fehlende Wappen im Triumphbogen über den drei Eidgenossen gesichtet hat. Die drei Eidgenossen, die ihre Hände auf dem Bundesbrief halten, wurden hinter dem riesigen Christbaum entdeckt. 24 Tonnen schwer seien die Drei und sie hielten ihre Hände nicht zum Schwur in die Höhe, weil sonst die Sonne durch die Kuppel einen Schatten auf ihre Gesichter werfe. Staunend wurden die Eindrücke aufgenommen. Ein Jugendlicher war verwundert, dass der Stände- und Nationalratssaal im Bundeshaus untergebracht ist. „ Ich dachte, das Bundeshaus gehöre nur den Bundesräten und die National- und Ständeräte hätten eigene Gebäude.“ Nach einem Treffen mit Ständerat Hannes Germann durfte die Gruppe seinen Arbeitsplatz besichtigen. Auf der Zuschauertribüne des Ständeratssaals konnten die Schüler den Schaffhauser Ständerat an seinem Platz sehen. Die Session war schon vorbei, so dass weitere, oder gar der zweite Schaffhauser Ständerat nicht mehr zu sehen war. Dafür hatte Germann Zeit, sich persönlich um die Gruppe zu kümmern. So nahm auch er für einmal auf der Tribüne Platz und erzählte den Schülern etwas über die Abläufe und Ordnungen bei Sitzungen im Stöckli. „Hier wird nacheinander gesprochen, Handys und Computer werden nicht in den Saal genommen.“ Ganz anders als im Nationalrat, wie sich die Schüler gleich anschliessend selbst überzeugen konnten. Die Vorstellung einer Schülerin, dass man hier ganz ruhig sein muss, weil alle konzentriert arbeiten, war im Nu verflogen. „ Mann, sind die Unkonzentriert. Da redet einer vorne und keiner hört zu.“ „ Das ist ja krass, die chatten im Facebook, lesen Zeitung und dann stimmen sie ab, obwohl sie nicht einmal zugehört haben, um was es geht“, bemerkte ein Schüler entsetzt. Gut wurde die Broschüre „ Die volle Wahrheit zum halbleeren Saal“ abgegeben, damit die Schüler ihren Glauben ans Parlament nicht verloren. Nach Sitzungsende, begab sich die Gruppe wieder zum Ausgang, wo Hannes Germann persönlich zur Verabschiedung auf sie wartete. „Der ist ja viel netter, als ich gedacht habe“, bemerkte eine Schülerin. Die Jugendlichen waren alle sehr positiv vom Tag überrascht. Bei allen haben sich die Erwartungen erfüllt, oder gar übertroffen. Die Hoffnung einen Bundesrat zu sehen, erfüllte sich ebenfalls. Beim spontanen Fototermin mit Hannes Germann in der Kuppelhalle, kam ein freundliches „Bon Jour“ über die Lippen des vorbeieilenden Didier Burkhalter.