




sgh. Als Rundes Ganzes bezeichnete eine Besucherin das Gesehene nach der Aufführung und das dem so war, ist den Lehrpersonen der Primarschule Wilchingen zu verdanken. Jeder hat sich mit seinen Gaben und Talenten eingebracht, die Kinder angeleitet, beim Malen, Nähen, Basteln, Kerzenziehen, Musizieren und Singen. Für die Einübung eines Bauchtanzes, der beim Spiel im Thronsaal des Herodes zu sehen war, konnte eine externe Fachfrau gewonnen werden, welche die Projektwoche begleitete. Jeden Morgen trafen sich alle 1. bis 6. Klässler zum gemeinsamen einüben der Lieder in der Kirche. Der Lehrer, der als Chorleiter amtete, verstand es bestens, die 120 Kinder zu motivieren, so dass an der Aufführung die Zuhörer erstaunt und voller Bewunderung über den perfekten Gesang waren. „Man hat, obwohl es ja sehr viele Kinder waren, die gesungen haben, jedes Wort verstanden“, bemerkte eine Besucherin bewundernd. Eine andere
Besucherin meinte: „ Man merkt, dass hier sehr begabte, musikalische Lehrer am Werk sind, die es verstehen, Kindern das musizieren beliebt zu machen.“ Tatsächlich haben die Kinder während der Aufführung gestrahlt und man merkte, dass sie richtig Freude daran hatten, das eingeübte vorzutragen. Auch das Orchester, das den Gesang begleitete, wurde von einer Lehrerin geleitet und die Kinder, die mitwirkten mit all den verschiedenen Instrumenten, taten das mit viel Eifer und ganz erstaunlich gut. Während der Projektwoche blieb noch Zeit, Weihnachtsgeschenke zu basteln. In den Workshops,
die angeboten wurden, konnten die Kinder Bilder malen, Filzen oder Kerzen ziehen um die Eltern am Weihnachtsabend damit zu überraschen. Andere machten sich in der Nähwerkstatt ans Kostüme nähen. Sämtliche Schafe, Hunde und Engel, die am Spiel zu sehen waren, trugen selbstgefertigte Kostüme. Die Bühnenbilder wurden ebenfalls in Workshops gestaltet. Alle Planeten, Sterne und die Sonne, die die Schüler detailgetreu in Farben und Grösse abstimmten, fanden auf einem Himmel ihren Platz. In der Szene der Sterndeuter kam das Kunstwerk zum Vorschein und auch der Engelschor, der den Hirten auf dem Feld die frohe Kunde der Geburt Christi brachten, sangen aus diesem Himmel, von der Empore in die Kirche herab. Aufwendig, mit viel Glitzer und seidenen
Vorhängen präsentierte sich die Kulisse des Palastes von König Herodes. Dieses mehrteilige, imposante Bühnenbild wurde von Schülern gemalt und verziert. Der Weg zur Kirche leuchtete von ganz vielen Windlichtern geziert. Auch diese filigranen Leuchten fertigten die Schüler selber, mit viel Geduld und Eifer an. Eine grosse Herausforderung war die Gesamtregie des Stückes, das in Gruppen geprobt wurde. Auch die Kostümproben wurden Gruppenweise durchgeführt. Dahinter steckte gewiss eine grosse Planung, bis jedes der 120 Kinder richtig angezogen, den richtigen Text in der richtigen Szene sprach, wusste, wann welches Lied gesungen wurde und bei einer Pause ruhig auf den nächsten Einsatz wartete. „Ich weiss nicht ob die Zeit reicht, damit alles reibungslos klappt“, gab eine Lehrerin am Anfang der Projektwoche zu bedenken. Da offensichtlich alle, Lehrer und Schüler am gleichen Strick gezogen haben, konnte den vielen Zuschauern an beiden Abenden eine grossartige Aufführung präsentiert werden. Begeistert von der Projektwoche sagte ein Schüler: „ Das ist so cool, gar nicht wie normale Schule.“ Auch verschiedene Eltern waren erstaunt darüber, wie fröhlich und ausgeglichen ihre Sprösslinge von der Schule nach Hause kamen.
Ein grossartiges Spiel
Am Mittwoch und Donnerstag, vor Heilig Abend war es dann soweit. Aus den vielen Primarschülern wurden Engel, Schafe, Hirten,
Könige, Diener, Herolde, Bürger, Wissenschaftler, Bauchtänzerinnen und natürlich Maria und Josef. Mit dem Lied „ Das isch de Stern vo Betlehem“ begrüssten die Kinder ihre Eltern, Geschwister, Onkel und Tanten und alle anderen Gäste, die ihre Aufführung sehen wollten. Nach der Szene mit dem Engel, der Maria die Kunde überbrachte, dass sie den Heiland gebären wird, sangen alle Mädchen das Lied „ kei Muetter weiss, was ihrem Chind wird gscheh“, zu dem eine Besucherin bemerkte, dass sie den Tränen nahe war, so schön sei es gewesen. Eine weitere Szene, die den Leuten sehr gefallen hatte, war die am Palast des König Herodes. „Mir händs glatt…“ sangen die Kinder aus voller Kehle und was sie sangen nahm man ihnen ohne weiteres ab, so haben sie gestrahlt dabei. „Die Bauchtänzerinnen haben mir am besten gefallen“, meinte ein Zweitklässler zu dieser Szene. Der Tanz, den die Mädchen im Thronsaal aufgeführt haben, war wirklich eine Augenweide, mit ihren farbigen Tüchern meinten die Zuschauer für einen Moment im Orient gelandet zu sein. Das Orchester spielte passend dazu ein Musikstück, das die ganze Sache abrundete. Ruhiger ging es auf dem Feld bei den Hirten zu. Müde hüteten sie in der Nacht ihre Schafe, die am Boden schliefen.
„Wached uf“, sangen auf einmal die Engel von der Empore herab und da waren die Hirten mit einem Mal hellwach. Das Lied „es Schöfli tuen ihm bringe“ sangen die Hirten, bevor sie sich auf den Weg zum Kindlein machten. Dort bei der Krippe im Stall, warteten alle Schüler um gemeinsam das berühmte Lied „ was isch das für e Nacht“ zu singen, bevor der Engel alle Anwesenden einlud, mit den Schülern zusammen „das isch de Stern vo Betlehem“ zum Abschluss des Spiels mit zu singen. „Das war ein wunderschöner Einstieg in die Festtage“, meinte eine Besucherin „ jetzt kann Weihnachten kommen.“